Südfrankreich – Provence – 2022

Bonjour, c’est bien de t’avoir ici! Voller Reiselust erwarteten wir im Juni den Beginn der Pfingstferien! Um 11:15 Uhr war die Schule aus und um 11:30 Uhr waren wir auf der Autobahn. Knapp 1.000 km trennten uns von unserem Ziel in Pont Royal im Herzen der Provence.

Für 13 Nächte haben wir uns ein Haus im Ferienressort Pierre et Vacances Pont Royal en Provence gebucht. Wichtig war uns, dass wir neben tollen Ausflugszielen „Spiel und Spaß“ für die Kinder vor Ort haben. Das Resort hat einen Spielplatz, Schwimmbecken, Ponyreiten, Minigolf, Bogenschießen, Streichelzoo usw.

Unsere Ausflugsplanung erstreckte sich auf alle Himmelsrichtungen in einem Radius von ca. 100 km. Meine Planungsunterlagen findet ihr hier. Meine GoogleMaps für Provence ist über diesen Link erreichbar.


Unser Reiseablauf


Unsere Anreise

Die Anreise haben wir auf zwei Tage geplant. Von München ging es vorbei am Bodensee und via Bregenz in die Schweiz. Leider war dort die Autobahn so voll wie der Mittlere Ring in München. Aufgrund der Verzögerung kamen wir erst am späteren Abend an unserem Zwischenstop im Ibis Hotel am Neuburger See an. Leider hatten wir keine Zeit mehr zum Seeufer zu gehen/fahren. Das Hotel ist für einen Zwischenstop absolut ok. In dem großen Garten mit Pool und Sitzgelegenheiten haben wir den Abend ausklingen lassen. Das Frühstücksbuffet war super – vor allem die selbst gemachten Waffeln waren bei den Kids der Hit!

Am nächsten Tag ging die Fahrt entlang des Neuburger Sees zurück auf die Autobahn. Immer wieder konnten wir einen Blick auf den Seen und die Bergkulisse ergattern. In Frankreich angekommen fuhren wir via Annecy Richtung Grenoble und Valence am Rande verschiedener Bergmassive (Bauges-Massiv, Chartreuse-Massiv) entlang. Hinter Valence verläuft die Autobahn parallel zur Rhône und später zur Durance. Wir fuhren bis zur Ausfahrt Senas / Mallemort. Von dort aus sind es noch ca. 15 min Autofahrt u. a. durch eine lange Platanen-Allee zum Resort.

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Unsere Unterkunft im Resort Pont Royal

Wir hatten ein Ferienhaus (Reihenhaus) gebucht mit Terrasse und Garten. Diese Ferienhäuser befinden sich an der östlichen Seite des Hanges. Das Haus ist zweistöckig mit einer steilen Treppe (aber kann kann die Wohnzimmertüre schließen und im 1. Stock ist ein Treppengitter). Das Erdgeschoss hat eine kleine Küche, Wohn- und Essbereich sowie ein Klo und eine Dusche. Um Obergeschoß war ein großes Bad mit Wanne/Dusche sowie drei Schlafzimmer inkl. Ventilatoren. Die Einrichtung ist im ländlicher Stil. Die Terrasse und der Garten waren ausreichend groß. Das Pool und der Spielplatz waren in Sichtweite. Die Bettwäsche und Frühstück hatten wir mitgebucht.

Nach unserer Ankunft haben wir erstmal durchgekehrt. Vor allem die Terrasse war nicht ordentlich sauber gemacht worden.

Unsere wichtigsten Anlaufpunkte Spielplatz, Streichelzoo und Pool waren in einer Gehminute zu erreichen. Die Restaurants, Rezeption, Pferdekoppel und Reitanlage etwas weiter entfernt. Das Pool hat uns besonders gut gefallen. Es war in mit flach abfallenden Wasser, so dass nur das letzte Viertel für den Großen zu tief war. Immer zu vollen Stunde kamen für ca. 10 min Wellen – ein bisschen Meer-Feeling 🙂

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Ardèche-Schlucht – Nervenkitzel und Steine werfen

Unser erster Ausflug führt in die Region Ardèche, die ihren Namen dem gleichnamigen Fluss verdankt. Die Ardèche ist ein Wander- und Kanu-Hotspot. Unser Ziel war es, die 30 km lange Touristenstraße (route touristique, elf Aussichtspunkte) von Saint-Martin-d’Ardèche bis zur Pont d’Arc zu fahren und die Kinder mit Steine werfen zu belohnen 🙂

Wir haben nicht alle Aussichtspunkte abgeklappert. Es war zu stressig immer alle drei Kindern an- und abzuschnallen und aufzupassen an den Parkbuchten wegen dem Verkehr. Aber immerhin die Hälfte haben wir, ich und der Große oder auch mal ich allein geschafft. Die Aussicht hat mich/uns jedes Mal beeindruckt: die Felswände, die bis zu 300 m tief sind, das satte Grün der Vegetation und die bunten Kanus unten auf dem Fluß.

Die Strecke abzufahren ist etwas abenteuerlich. Es gibt keine Leitplanken, viele Kurven und man fährt an manchen Stellen recht nah an der Kante. Schlimmer jedoch waren die Zweiräder – egal ob Motorrad oder Fahrrad. Manche rasen dort entlang, als gäbe es kein Morgen, fahren nebeneinander, gerne auch mal auf der Gegenverkehrsspur in der Kurve. Mehrmals fuhr mir der Schrecken durch die Knochen.

Wir nahmen den ersten Parkplatz (parking belvedere, kostenlos) und gingen zum Flußufer: Steine werfen und entspannen war angesagt 🙂 Das Wasser der Ardèche war klar und erfrischend. Zu Fuß gingen wir dann den Wanderweg entlang der Straße (ca. 400m) zum Aussichtspunkt auf die Pont d’Arc. Der Parkplatz an der Pont d’Arc hätte 8 Euro gekostet, auch wenn man nur 10 min stehen will, um ein Foto zu machen.

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Krokodile soweit das Auge reicht

Von der Pont d’Arc fuhren wir wieder ein Stück die Touristenstraße zurück bis zur Abzweigung nach Saint-Remèze. Die Straße ist nicht sehr gut ausgebaut, führt aber durch schöne Landschaften vorbei an der „Maison de la Lavande“ (hätte ich das vorher recherchiert, hätten wir angehalten), einer Schneckenfarm (Escargot des Restanques) und einer Käserei (Fromagerie de la plaine d’Aurèle).

Eine kurvenreiche Panorama-Abfahrt brachte uns nach Bourg-Saint-Andéol und weiter nach Pierrelatte zur La ferme aux crocodiles. Auf 10.000m² befinden sich dort 600 Reptilienarten, 5 Aquarien, 100 verschiedene Vogelarten und 600 Arten exotischer Pflanzen.

Die Kinder bekamen an der Kasse einen Forscherpass. In jedem Bereich gab es einen Stanzer und man konnte den gesehenen Bereich markieren. Hier wurden wir schon gewiss, dass es nicht nur Krokodile sondern auch Schlangen, Schildkröten und andere Reptilien zu sehen gibt.

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Wie im wilden Westen – Okerfelsen von Rustrel

Nach Rustrel sind es zwar nur 50 km, aber trotzdem sind wir knapp 1 Stunde unterwegs. Die Strecke durch den Luberon zieht sich aufgrund der kurven- und bergreichen Fahrt. Dafür wird man mit tollen Ausblicken und auch einigen Lavendelfeldern entlohnt.

Angekommen am Park Colorado Provençal wählten wir den 2,1 km langen Rundweg „circuit du sahara“ durch den ehemaligen Okersteinbruch. Es gibt noch einen längeren Rundweg (zweigt nach der Hälfte ungefähr ab) und führt bergauf mit Blick von oben auf den Steinbruch. Mit den Kleinen war das an dem Tag leider nicht machbar.

Der Weg führt zu Beginn und Ende durch einen Pinienwald in dem es immer wieder kleine Abenteuerwege gibt – über Baumstämme, Wasserläufe und Steinbrücken. Schon bald kommen die ersten Sandformationen – erst rot-orange und dann weiter im gesammten Farbspektrum von weiß bis dunkelrot.

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Okermiene von Broux

Vom Park Colorado Provençal fuhren wir ca. 15 min zu den Okermienen von Broux. Hier ist eine Anmeldung erforderlich. Ich hatte uns telefonisch angemeldet, nachdem wir den Rundweg absolviert haben.

Zu Beginn bekamen wir alle einen Helm und es ging durch einen Seiteneingang in die Miene (Pullover nicht vergessen 🙂 ) Wegen den Kids und dem Schieben des Kinderwagens haben wir das Übersetzungstablet nicht ausgeliehen und folglich nicht viel bei der Führung verstanden. Das wäre nicht so schlimm gewesen, wenn es nicht so monoton gewesen wäre. Alles war gleich innen, ich dachte es gibt mehr zu sehen. So zogen sich die 45 min der Führung wie Kaugummi und die Kids waren kaum mehr bei Laune zu halten.

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Die Camargue – Flamingos, Pferde, Stiere und Meer

Auf nach Süden in die Camargue! Auf der Autobahn ging es via Salon-de-Provence nach Arles und auf die Staatsstraße Richtung Saintes Maries de la Mer. Unser erster Stop war der Vogelpark Pont de Gau. Hier gibt es neben zahlreichen Vogelarten auch die rosa Flamingos zu sehen. Die Flamingos stehen nicht nur im Wasser, sondern fliegen auch über uns hinweg. Einen Start oder Landung dieser Tiere zu sehen ist einzigartig! Wir umrundeten gemütlich das Becken Mareis A. Lamouroux (Weg ist kinderwagentauglich) und aßen eine Kleinigkeit beim Imbissstand.

Anschließend fuhren wir weiter ans Mittelmeeer nach Saintes Maries de la Mer. Wir entschieden uns für einen Strand westlich außerhalb der Stadt. Auf dem riesigem Parkplatz standen nur wenig Autos und am Strand waren wir gefühlt alleine.

Unser letzter Programmpunkt war die Schifffahrt „Au Coeur de la Camargue“ auf der kleinen Rhone mit dem Schaufelraddampfer Tiki III. Die Fahrt war ganz spaßig, es gab viel zu sehen – Pferde, Stiere, Vögel, Otter etc. Aber 90 min waren für uns zu lange. Den Kids wurde dann irgendwann langweilig und bei 40 Grad war es in der Sonne unerträglich.

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Die Schlucht des Régalon – Wandern im Flussbett

Eher in der zweiten Reihe unserer Aktivitäten stand die Wanderung in der Schlucht des Régalon. Da es aber quasi um die Ecke war und Kühle zwischen den Felswänden versprach, fuhren wir hin.

Ein großer Wanderparkplatz ist der Ausgangspunkt für mehrere Wanderwege. Der Weg zur Schlucht (nicht kinderwagentauglich) startet hinten am Parkplatz und führt zunächst durch einen Kiefernwald und an einem Olivenhain vorbei, bis man am Eingang der Schlucht angekommen ist. Rund 40m hoch ragen die Wände in den Himmel und die engste Stelle ist ca. 1 m breit. Der Weg ist anfangs leicht wird aber dann zunehmend schwieriger, da man über Steine und Felsstufen klettern muss. Wir sind soweit gegangen, wie es mit den Kids möglich war. Auch wenn wir nicht die ganze Schlucht durchwandert haben, hat sie uns doch nachhaltig beeindruckt!

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Das malerische Städtchen St. Remy

Am heutigen Tag wollten wir durch die Landschaft des Naturparks der Alpillen fahren und an verschiedenen Punkten halten. Via Eygières und Mouries fuhren wir bis Les Baux de Provence, wo wir uns die imposante Burganlage ansehen wollten oder ein Stück weiter die Ausgrabungstätte Glanum. Die Laune der Kids war aber nicht besonders gut und die Hitze wieder grenzwertig.

Daher sind wir weiter nach St. Remy und konnten die Laune mit dem Versprechen auf ein Eis etwas heben. St. Remy ist ein kleines Städtchen und vor allem bekannt, da dort das Sanatorium war, in welches Vincent van Gogh kam, als er sich sein Ohr abgeschnitten hatte. Der van Gogh Rundweg zeigt die wichtigsten Werke des Künstlers und deren Orte der Inspiration.

Wir schlenderten durch die kleinen Gäßchen, stöberten in den kleinen Läden – vor allem die Seifenläden waren ein (Duft-) Traum – und bewunderten kleine und große Kunstwerke.

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Zeitreise in die Tropfsteinhöhle von Thouzon

Ein Highlight der Region ist sicher die Tropfsteinhöhle des Thouzon. Wir hatten ein Glück, als wir dort ankamen. An der Kasse stellt sich heraus, dass die nächste Führung von einer Frau gemacht wird, die aus Hamburg kam. Und da wir um diese Uhrzeit die einzigen waren, hat sie die Tour auf Deutsch gehalten. Für die Kids war das super! Sie konnten alle Fragen stellen und auf alles hinweisen, was sie in der Höhle spannend fanden.

Die Grotte wurde 1902 bei Steinbrucharbeiten entdeckt. Sie ist ca. 60 Millionen Jahre alt. Die Grotte hat eine Temperatur von ca. 13 Grad, also Pulli anziehen 🙂 An den abgeschliffenen Wänden kann man erkennen, dass sich hier vor langer Zeit ein unterirdischer Fluß durchschlängelte.

Hat man das Ende der Höhle erreicht, gibt es ein Spektakel. Das elektrische Licht wird ausgemacht und es ist stockdunkel. Dann werden verschiedene Lichtstimmungen erzeugt, die zeigen, in welcher Dunkelheit die Höhlenentdecker damals alles erkunden mussten.

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Isle sur la Sorgue – Klein-Venedig der Provence

Isle sur la Sorgue gilt das das Klein-Venedig der Provence. Wir wollten eine Stadtrundfahrt mit dem Petit-Train machen, aber der Zug und eine Haltestation war nicht aufzufinden, auch nicht an der Tourist-Information. So sind wir ein wenig durch die Stadt geschlendert, haben das kristallklare Wasser der Sorgue bewundert und den Nachmittag auf dem großen Spielplatz ausklingen lassen.

Die Sorgue entspringt etwa 10 km östlich. Die Quelle ist auch ein Besuchermagnet, aber mit 40 Grad war es uns einfach zu heiß, um noch etwas zu unternehmen.

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Kapitän/in für einen Tag auf dem Verdon

Der Verdon ist der drittgrößte Fluß Frankreichs und hat eine der größten und eindruckvollsten Schluchten Europas durch die Berge gegraben. Die obere Verdon-Schlucht ist bekannt als Grand Canyon Europas. Für uns war die Strecke bis dahin bei der Hitze zu weit zu fahren. Das heben wir uns fürs nächste Mal auf 🙂

Unsere Tour ging nach Quinson (90 km, 1:30h) zur unteren Verdon-Schlucht. Im Vorfeld haben wir uns ein E-Boot reserviert bei Location Nautic am Montmeyan Plage. Für zwei Stunden konnte jeder von uns nach einer kurzen Einführung Kapitän oder Kapitänin sein. Die Boote fahren sehr gemütlich, so dass selbst unser K3 hinter dem Steuer war. Man teilt sich die Schlucht mit KanufahrerInnen und anderen E-Booten. Die Menge war aber überschaubar (ich will nicht wissen, wie das in der Hauptsaison ist).

Es ist zwar „nur“ die untere Verdon-Schlucht, aber trotzdem beeindruckt die Kulisse mit den 150 Meter hoch ragenden Kalksteinwände links und rechts. Immer wieder sieht man in den Felswänden Höhlen, die von der langen Besiedelungsgeschichte berichten. Am Strand Montmeyan Plage verbrachten wir noch ein paar entspannte Stunden mit Fuss-Baden und Picknick.

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Wandergebiet und Wasserfälle Cascade de Sillans

Von der Verdon-Schlucht aus fuhren wir ca. 30 min zu dem Dorf Sillans-la-Cascade. Dort führt ein kleiner Wanderweg zu einem 44m hohem Wasserfall. Der Weg ist Kinderwagentauglich, hat aber längere Treppenpassagen. Dort haben wir den Wagen getragen.

Von der Besucherplattform kann man den Wasserfall und das Sinterbecken wunderbar betrachten. Das Gebiet lädt für Wanderungen ein. Da wir aber am späten Nachmittag da waren, haben wir nur die blaue Tour „La Cascade – Belvédère“ zum Wasserfall gemacht.

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Unser Lieblingsrestaurant

Auf der Suche nach einem „kindertauglichen“ Restaurant, sind wir auf das Restaurant „La Table Paysanne“ gestoßen. Ein wunderschöner Biergarten lädt zum Verweilen ein, das Essen ist mega-lecker und für die Kids gibt viel Platz zum Spielen und zwei Ziegen.

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Rückreise

Auch die Rückfahrt haben wir wieder auf zwei Tage geplant. Unseren Zwischenstopp machten wir in Heimberg im Hotel Rössli in der Nähe des Thuner Sees. Am nächsten Vormittag besuchten wir eine Alm oberhalb des Sees, bevor wir die letzte Reiseetappe in Angriff nahmen.

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Planungsunterlagen Provence

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