Kanada 2018 – Teil 2 – Rocky Mountains

Nach der wunderschönen Stadt Vancouver – dem ersten Teil unserer Reise – ging es per Inlandsflug nach Calgary und dann in die Rocky Mountains.

Unsere Stationen im Überblick und hier bei googlemaps:


Reisetag 7: Auf in die Rocky Mountains

Unser Abflug war zeitig am Morgen – nichts für Langschläfer. Unsere Hosts haben uns auch schon zu so früher Stunde unser Frühstück vorbereitet. Um 6:45 Uhr ging es mit dem Taxi zum Flughafen. Abflug war um 10:05 Uhr und Ankunft in Calgary Ortszeit 13 Uhr.

Am Flughafen nahmen wir ohne lange Wartezeit unseren Mietwagen entgegen und fuhren Richtung nach Harvie Heights, wo wir unsere Unterkunft – Ferienhaus/Condo – gebucht haben. Harvie Heights liegt am Eingang zu den Rocky Mountains zwischen Canmore und Banff.

Nach dem Ausladen fuhren wir nach Canmore zum Einkaufen in einen – typisch amerikanischen – Supermarkt. So ein riesiges Geschäft mit diesen riesen Verpackungsgrößen hatte ich noch nicht vorher gesehen.

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Reisetag 8: Banff, Tunnel Mountain, Bow River und Bow Falls

Banff ist die größte Stadt des gleichnamigen Nationalparks, wenn gleich sie eine Kleinstadt ist. Ursprünglich wollten wir mit der Banff Gondola auf den Sulphur Mountain hinauf fahren. Die Warteschlange war schier endlos und uns mit 50 Dollar pro Erwachsenen (ca. 30 Euro) viel zu teuer.

Wir sind von der Gondel zum gegenüberliegenden Tunnel Mountain (1.690m) gefahren. Dort gibt es einen Wanderweg hoch zum Gipfel (2,3 km, 260 hm). Die Wanderung war zur Einstimmung in die Bergwelt perfekt. Immer wieder konnten wir Ausblicke auf die Stadt, den Bow River, das Luxushotel Fairmont Banff Springs und auf der anderen Bergseite ins Tal und die HooDoos genießen. Nach der Bergwanderung ging es durch die Stadt, zum Mittagessen und einem Spaziergang am Bow River entlang zu den Bow Falls.

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Reisetag 9: Johnston Canyon und Lake Minnewanka

Als Vormittagsprogramm hatten wir den Johnston Canyon Trail ausgesucht. Der Johnston Canyon liegt auf der Fahrtrichtung Lake Louise. Man kann auf dem Highway fahren oder auf den gemütlicheren Bow Valley Parkway.

Durch den Canyon führt ein ca. 2,5 km langer Wanderweg von den Lower Falls (1,1 km) zu den Upper Falls (2,6 km). Nach dem Canyon kann man noch 3 km bis zu den Inkpots weiter wandern. Wir haben dies nicht gemacht. Je weiter wir in die Schlucht hineingingen, desto wilder wurde der Johnston Creek. Immer wieder zeigten sich große und kleine Wasserfälle. Die Lower Falls kann man sehr spektakulär bestaunen, indem man durch eine kleine Höhle geht, die am Ende eine Ausichtsplattform hat. Wir waren früh unterwegs, da waren kaum Besucher im Canyon. Beim Rückweg staute es sich dort.

Für den Nachmittag hatten wir uns etwas Ruhigeres ausgesucht und sind an den Lake Minnewanka gefahren. Dort kann man wunderbar spazieren oder mit dem Boot auf dem See fahren. Wir haben uns für spazieren, Picknick und plantschen entschieden. By the way: das Wasser war richtig kalt.

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Reisetag 10: Sunshine Meadows und Canmore

Das absolute Highlight unseres Urlaubs. Und fast hätten wir es verpasst. Unser Großer wollte unbedingt Gondel fahren. Die Banff Gondel war uns zu teuer und die Gondel in Lake Louise ist für das Skigebiet. In einem Prospekt war noch eine dritte Gondel genannt: Sunshine Village. In meinem Wanderführer waren mehrere Wanderrouten aufgeführt. Daher entschieden wir uns, dorthin zu fahren.

Die Gondel war etwas günstiger als in Banff, und nur eine handvoll Besucher standen an der Station. Witzig ist, dass die Gondel nach einer Weile an ein Drehkreuz kommt. Wir dachten schon, dies ist der Ausstieg, aber die Gondel drehte sich um 90 Grad und dann ging es weiter den Berg hoch bis zur Sunshine Village Lodge (2.159m). Wir nahmen noch den Sesselift auf 2.305m zum Ausgangspunkt der Wanderung „Rock Isle Lake“ (1,8km, 105 hm).

Ein unfassbar schöner Ausblick bot sich uns, als wir vom Sessellift ausstiegen. „Die Stille und Harmonie der Gegend wird sie bezaubern“ steht im Reiseführer und das trifft voll ins Schwarze! Wenn man die Skilifte hinter sich lässt, befindet man sich in mitten von blumenübersäten Wiesen mit vereinzelten Bäumen umgeben von den Gipfeln der umliegenden Berge. Immer wieder ist ein Blick auf den Mount Assiniboine (3.618m, dem Matterhorn der Rockies) oder Mount Monarch möglich. Der Rundweg führt zum Viewpoint auf die drei Seen Rock Isle Lake, Larix Lake und Grizzly Lake. Wir nehmen den Weg weiter zum Rock Isle Lake. Wären nicht so viele Stechmücken am See gewesen, hätten wir dort länger verweilt.

Am Nachmittag sind wir nach Canmore gefahren und waren dort im Hallenbad (Aquatics Centre).

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Reisetag 11: Lake Louise

Am Bow River entlang fuhren wir den Highway nach Lake Louise (54 km). Wir waren gut früh unterwegs und haben relativ weit oben einen Parkplatz bekommen. Trotzdem ging es am Ufer schon zu wie in einem Ameisenhaufen. Wir sind den Seeweg spaziert und je weiter wir vom Fairmont Lake Louise weg kamen, desto weniger Leute waren unterwegs. Der Weg bis zum Seeende (ca. 4 km) ist problemlos mit dem Kinderwagen zu gehen. Hinten am See beginnt der Trail „Plain of Six Glaciers“ (11km, 365hm). Wir sind ihn ein Stück gelaufen. Im Hotel kann man durch die Gärten schlendern, es gibt ein paar Kinderspielgeräte und Eis, Kaffee und Kuchen.

Wir wollten dann weiter zum Lake Moraine. Leider war der Weg gesperrt – Versuch Nr. 1. Daher spazierten wir durch Lake Louise und fuhren auf der anderen Bergseite in das Skigebiet zum Spazieren.

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Reisetag 12: Spiral Tunnel, Takakkaw Falls, Lake Emerald

Gleich am Morgen fuhren wir wieder los Richtung Lake Louise, um zum Lake Moraine zu kommen. Auch Versuch Nr. 2 scheiterte. Wir durften nicht fahren, da nur Touristen rein durften, die in Lake Louise nächtigen.

Spontan zogen wir daher zwei Ziele vor und fuhren in den Yoho Nationalpark. Der erste Stop war der Parkplatz mit Blick auf die Spiral Tunnels. Damit die Züge die Steigung des Kicking Horse Pass rauf und runter fahren können, fahren sie in Tunneln, in denen sich die Schienen um 270 Grad wenden. So ist eine Steigung von max. 2% möglich. Die Güterzüge sind sehr, sehr, sehr lang. Wir zählten einen mit 60 Waggons. Wir hatten Glück, dass gerade ein Zug vorbei kam, und wir den Verlauf der Schienen um die Tunnel genau sehen konnten.

Abenteuerlich ging die Fahrt weiter in die Schlucht, in der der Kicking Horse River und der Yoho River enstehen. In Serpentinen ging es ohne Leitplanken auf knapp 2.000m zu den Takakkaw Falls, den zweitgrößten Wasserfall Westkanadas (Höhe 381m). Der Weg ist gut mit Kinderwagen zu gehen.

Zum Tagesabschluss entspannten wir am traumhaften Lake Emerald. Auch hier kann man wunderschön am See entlang spazieren. Die Kulisse des Gletschersees ist wahnsinnig schön. Wir wollten hier unbedingt nochmal herkommen (Tag 19).

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Reisetag 13: Icefield Parkway Banff – Jasper

Heute verlassen wir den Banff Nationalpark um nach Jasper zu fahren. Die Fahrtstrecke sind knapp 300km. Der Icefield Parkway zählt zu einer der schönsten Straßen der Welt. Und das ist nicht zuviel versprochen. Eine atemberaubende Kulisse aus Felsformationen, Seen, Flüssen und Gletschern erwartet uns auf der Strecke. Nach zahlreichen Fotostops und einer Pause am Saskatehewan River Crossing war das Columbia Icefield nach 200 km unser erster längerer Stop.

Kurz nach der Grenze zum Jasper Nationalpark ist das Columbia Iccefield mit dem Athabasca Gletscher. Zuerst erkundeten wir das Gletschervorfeld, die Gletscher-Moräne und liefen dann den Rundweg zur Gletscherzunge. Eine Tour mit den roten Trucks oder der Skywalk war nichts für uns. Auf den Fotos hat man als Maßstab immer wieder Menschen, um die unfassbare Masse und Höhe in Relation zu sehen.

Auf der Weiterfahrt nach Jasper sahen wir unseren ersten Bären in der Wildnis. In Jasper haben wir in einer Blockhütte (Tekarra Lodge) übernachtet mit Blick auf den La Biche River. Wir sahen öfters eine Bären unten am Flussufer.

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Reisetag 14: Jasper, Maligne Valley (Lake und Canyon)

Zunächst schlenderten wir ein wenig durch Jasper. Bevor es am Medicine Lake vorbei ins Maligne Valley ging. Auf der Hinfahrt sahen wir schon einige Wildtiere (Rehe, Seeadler). Wir sollten aber noch überrascht werden.

Am Lake Maligne verzichteten wir auf die lange und überteuerte Schifffahrt zu Spirit Island. Wir wanderten auf dem Mary-Schäfer-Loop (3,2 km) zunächst am Seeufer entlang und bogen dann ab in den Wald.

Nach dem Rundweg fuhren wir weiter zum Maligne Canyon. Hier kann man den Rundweg (3,7 km, 131hm) laufen und alle 5 Brücken, die über den Canyon führen begehen. Wir sind allerdings nur bis Brücke 3 gekommen. Das Jammern war zu groß, weswegen wir kehrt gemacht haben.

Auf dem Heimweg gab es noch zwei tierische Überraschungen: zwei Elche kreutzen unseren Weg und eine Schwarzbärin mit zwei Jungen.

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Reisetag 15: Patricia Lake, Pyramid Lake

Heute war das Wetter erstmals schlecht. Die Berge waren Wolken verhangen. Wir haben uns daher für einen Kurzausflug zum Patricia Lake und Pyramid Lake entschlossen. Die beiden Seen liegen in umittelbarer Nähe zu Jasper. Die Tour wollten wir eigentlich mit dem Fahrrad machen. Der Patricia Lake war wenig spektakulär, eher was für einen schönen Sommertag zum Entspannen.

Der Pyramid Lake hat eine kleine Insel (Pyramid Island), auf die man über eine kleine Holzbrücke kommt. Die Kulisse war sehr schön, der Inselrundweg kurz aber sehenswert. Leider beendete starker Regenfall und ein Gewitter unseren heutigen Tag.

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Reisetag 16: Athabasca Falls, Sunwapta Falls

Eigentlich stand heute die Wanderung zum Angel Glacier am Mount Edith Cavell. Leider war aufgrund des schlechten Wetters die Zufahrt gesperrt. Schade, denn der Trail gilt als einer der schönesten in den Rockies.

Daher disponierten wir um und fuhren zu den Sunwapta Falls (Fallhöhe 18m). Der Fluss bahnt sich seinen Weg durch eine schmale Engstelle.

Weiter führte uns die Route zu den Athabasca Falls. Die Fallhöhe ist hier 24m und die Breite und Wucht des Wasserfalls ist beeindruckend. Ein Rundweg führt um die Wasserfälle herum – Achtung: Regenjacke anziehen! Die Gischt spritzt stellenweise ordentlich.

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Reisetag 17: Zugfahrt nach Dunster, Mount Robson, Jasper

Unser Großer hat sich so sehr eine Zugfahrt mit dem Panoramazug gewünscht. Mit Sundog Tours buchten wir eine Zugfahrt von Jasper nach Dunster (ca. 100km). Die Rückfahrt erfolge in einem Kleinbus.

Die Zugfahrt führte uns am 12km langen Moose Lake und am Mount Robson, dem höchsten Berg der kanadischen Rocky Mountains, vorbei. Immer wieder eröffneten sich tolle Ausblicke auf die Landschaft, Flußläufe und Berge.

Unser Ausstieg war in Dunster – ein Dorf mitten im Nirgendwo. Es gab keinen Bahnhof sondern nur einen Trampelpfad zum Gleis.

Auf dem Rückweg hatten wir 90 Minuten Aufenthalt im Mount Robson Provincial Park. Dort besuchten wir das Museum und schlenderten die Parkwege entlang.

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Reisetag 18: Icefield Parkway von Jasper nach Field, Lake Peyto

Heute hieß es Abschied nehmen von Jasper. Auf dem Icefield Parkway ging es in entgegengesetzter Richtung zurück in den Yoho Nationalpark.

Am Lake Peyto, dessen Ausfahrt wir auf dem Hinweg verpasst oder besser gesagt übersehen hatten, stoppten wir und liefen den Rundweg mit Blick auf den See, den Peyto Gletscher und den Bow Summit, den höchsten Punkt des Icefield Parkway.

Vorbei am Bow Lake erreichten wir bald die Abzweigung in den Yoho Nationalpark und die Stadt (oder besser Dorf) Field. In die Stadt kommt man nur über eine Brücke, die über den Kicking Horse River führt. Dahinter ist ein Bahnübergang. Wenn ein Güterzug in Sicht ist, muss man viel Zeit mitbringen. Güterzüge sind hier sehr, sehr lang. Mit Glück kommt auch der Rocky Mounteneer vorbei.

Wir bezogen unsere Ferienwohnung im Fireweed Hostel. Von dort aus hatten wir einen tollen Blick auf die Gleise und auf den Kicking Horse River. Am Ortseingang ist das Visitor Center mit Spielplatz und Badesee.

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Reisetag 19: Emerald Lake, Natural Bridge

Wie bereits geschrieben, wollten wir unbedingt nochmal an den Emerald Lake kommen. Diesmal wechselten wir die Perspektive und bestaunten die Kulisse vom Wasser aus. In einem typisch roten Kanu paddelten wir über den See und genossen die umwerfende Aussicht.

Auf dem Weg zum Lake liegt die Natural Bridge. Dort lohnt es sich, einen Abstecher hin zu machen.

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Reisetag 20: Bow Lake, Bow Glacier Falls

Das Beste kommt zum Schluss heißt es ja so oft. Bei uns war das definitiv der Fall. Von der Straße aus haben wir den Bow Lake und die Num-Ti-Jah Lodge bereits gesehen. Der Wanderweg Bow Glacier Falls startet an der Lodge (7,2 km, 155hm).

Wunderschön liegt der Bow Lake in malerischer Kulisse. Die Wasseroberfläche war glatt und die Landschaftsspiegelungen beeindruckend. Die Wanderroute führte zuerst am Seeufer entlang, ging dann weiter – über Stock und Stein, Wurzeln und stellenweise durch Wasser – bis wir durch das Flußbett an dem Aufgang zum Viewpoint angekommen sind. Je nach Jahreszeit und Wasserstand ist der Wanderweg anders.

Die Treppe ist sehr steil und nur dürftig befestigt. Seitlich geht es steil in eine Schlucht. Das war definitiv nichts für schwache Nerven, kleinere Kinder oder Mama mit Manduca und Baby. Ich war nach dem Abstieg der „Treppe“ beim Rückweg fix und fertig mit den Nerven. Wie legten dann erstmal eine Picknickpause ein mit wunderschönem Blick in das Tal. Auf dem Rückweg kam immer wieder der turkise Bow Lake ins Blickfeld. An der Num-Ti-Jah Lodge haben wir uns es uns noch gut gehen lassen bei einem Eis und genossen die Zeit am Seeufer.

Trotz des hohen Adrenalinspiegels nach der Treppe, war der Wanderweg der schönste der ganzen Reise. Absolut empfehlenswert!

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Reisetag 21: Abschied von den Rocky Mountains, Calgary

Am Morgen ging es von Field zurück nach Calgary. Wir verbrachten die Nacht in einem Hotel am Flughafen. Das Mietauto haben wir nach dem Hotel Check-In abgegeben und sind mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Calgary Downtown. Wir schlenderten durch die Shopping Areas, durch Chinatown (Chinese Cultural Center) und den Prince Island Park bis ein heftiges Gewitter aufzog.

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Reisetag 22: Rückflüge Calgary – Vancouver – München

Nachdem unser Flug nach Vancouver um 14:45 Uhr kurz vorm Boarding gestrichen wurde, haben wir zum Glück Plätze in einen späteren Flug bekommen und somit gerade noch den Anschlussflug nach München bekommen (das Boarding lief bereits). Abflug war um 18:25 Uhr und am nächsten Tag um 13:20 Uhr landeten wir in München.

Wegen einer Terminalsperrung brauchen wir noch eine ganze Weile, bis wir von Bord durften. Unsere Koffer kamen wegen des Flugausfalls in Calgary eine Woche später in München an. Während des Fluges hatten wir einen Blick auf die totale Mondfinsternis (Blutmond).

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